Tierpsychologie: Die wichtigsten Fragen zum Fernstudium

credits: hexe und hund

Zu viel Stress, nicht die nötige Schulbildung oder kein Geld: Auf den ersten Blick gibt es viele Gründe, ein Fernstudium gar nicht erst in Erwägung zu ziehen. Doch bei genauerer Betrachtung sind die Hürden gar nicht mal so groß, wie sie scheinen

Nach meinem „Bachelor of Arts“ im Jahr 2014 hatte ich mir geschworen, nie mehr zu studieren. Ich hatte genug von all der Theorie, den wissenschaftlichen Fachbegriffen und dem teils weltfremden Verhalten an der Universität. Viel lieber wollte ich Praxis-Erfahrung sammeln, Geld verdienen und auf eigenen Beinen stehen – was mir bis heute auch recht gut gelungen ist. Dass ich nun, vier Jahre später, doch wieder studiere habe ich Filou zu verdanken.
Einige meiner Freunde schüttelten ungläubig den Kopf, als ich ihnen davon erzählt habe. „Wie kannst Du Dir das nur wieder antun?“ oder „Neben dem Beruf? Dann hast Du ja gar kein Leben mehr!“ waren ihre Kommentare. Warum diese Aussagen nicht stimmen und wie das Fernstudium „Tierpsychologie“ tatsächlich abläuft werde ich im Folgenden erklären

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass das Fernstudium nicht mit einem „richtigen“ Studium zu vergleichen ist. Zumindest nicht im Fach „Tierpsychologie“. Für meinen „Bachelor of Arts“ habe ich sieben Semester studiert, also über drei Jahre. Das Fernstudium „Tierpsychologie“ ist für ein Jahr angelegt, was wirklich noch sehr überschaubar und mit einem Beruf gut zu vereinbaren ist. Damit wären wir auch schon beim ersten Punk:

„Ist ein Fernstudium nicht zu zeitaufwendig?“

Bei der Beschreibung auf der Homepage der Studiengemeinschaft Darmstadt heißt es, dass der Lernaufwand ungefähr sieben bis acht Stunden pro Woche beträgt. Auch für mich klang das im ersten Moment nach viel. Immerhin arbeite ich 40 Stunden pro Woche und habe einen Hund, der in meiner Freizeit noch bespaßt werden möchte. Aber hält man sich mal vor Augen, wie viele Stunden in der Woche man mit Serienschauen, lesen oder zocken verbringt, kommt man durchaus auf mehr als acht Stunden. Soll heißen, dass man die Lernzeit leicht aufbringen kann.
Ich bin mittlerweile im dritten Monat und bin bis jetzt sehr gut damit gefahren, einfach morgends am Wochenende zu lernen, wenn mein Freund noch schläft. Dann habe ich meine Ruhe, denn Filou macht sein gewohntes Schläfchen nach dem Frühstück und ich kann entspannt lernen. Und abends habe ich am Wochenende dennoch Zeit für meine Freunde oder andere Unternehmungen.
Unter der Woche bin ich bis jetzt noch nicht zum Lernen gekommen, da mir da meist die Konzentration fehlt. Nach acht bis neun Stunden im Büro vor dem Computer möchte ich zu Hause nicht mehr viel denken müssen.

Aber wie damals in der Schule gilt auch beim Fernstudium: Jeder Mensch lernt anders. Vielleicht kannst Du Dich abends ja noch konzentrieren oder bist kein Frühaufsteher. Aber acht Stunden in der Woche sind durchaus machbar. Das ist etwas mehr als eine Stunde pro Tag. Und die verbringen die meisten von uns  mit sinnlosem rumscrollen auf Instagram oder facebook – in der Zeit kann man vielleicht auch lernen.

„So ein Fernstudium ist doch nur was für gebildete Leute“

Ganz klar: nein. Ja, ich habe Abitur gemacht und ja ich habe einen Bachelor-Abschluss. Dennoch würde ich nie behaupten, dass ich schlauer als meine Freunde bin, die nach der Realschule eine Ausbildung gemacht haben. Oder nach der Hauptschule angefangen haben zu arbeiten. Bildung oder Intelligenz haben für mich nichts mit einem spezifischen Schulabschluss zu tun. Und der Sinn eines Fernstudiums ist es ja auch, jedem eine Weiterbildung zu ermöglichen. Für das Fernstudium „Tierpsychologie“ braucht man weder Abitur noch Uni-Abschluss. Jeder, der der deutschen Sprache mächtig ist, kann es machen.
Eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Tieren ist sicherlich von Vorteil, aber auch kein Muss. Fachbegriffe werden verständlich erklärt und man kann jederzeit bei seinem Tutor nachfragen, sollte es Unklarheiten geben.

„Für ein Fernstudium fehlt mir das Geld“

Das ist natürlich ein Punkt, den jeder für sich entscheiden muss. Vorweg sei gesagt, dass man die Studienkosten nicht auf einmal, sondern für die Dauer des Studiums in monatlichen Raten bezahlt. In meinem Fall sind das etwas mehr als 120 Euro über einen Zeitraum von zwölf Monaten. Das ist viel Geld, keine Frage. Deshalb habe ich mit dem Studium auch gewartet, bis ich etwas mehr verdiene. Als Volontärin wäre das auch niemals möglich gewesen. Klar könnte ich mit dem Geld auch shoppen gehen, oder verreisen. Für mich hat nun aber das Studium Priorität…und es sind Kosten, die sich über einen absehbaren Zeitraum erstrecken.
Unter bestimmten Umständen gibt es auch eine staatliche Förderung. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen.

„Was, wenn ich es in den 12 Monaten nicht schaffe?“

Das ist sicherlich ärgerlich, aber nicht tragisch. Zwar ist das Studium so aufgebaut, dass es für jeden Monat ein Lernheft mit abschließenden Prüfingsaufgaben gibt, aber man kann sich seine Zeit mehr oder weniger frei einteilen. Die Betreuung der Fernuni ist auf 18 Monate angelegt…also hat man theoretisch sechs Monate Spielraum. Das finde ich super praktisch, gerade wenn man mal für längere Zeit krank sein sollte und den vorgesehenen Lernstoff für den Monat nicht schaffen kann.
Diese Option nimmt einem auch ein bisschen den Druck und man kann das gesamte Studium entspannter angehen.

Wem die zwölf Monate zu lang sind, kann das Studium auch als Kompaktkurs machen. Dadurch verkürzt sich die eigentliche Studiendauer auf sechs Monate, allerdings ist der Lernaufwand pro Woche mit 15 Stunden angegeben.

„Gibt es eine Abschlussprüfung?

In diesem Fall nicht. Die Abschlussnote setzt sich aus allen Zwischenprüfungen der zwölf Studienheften zusammen. Konkret: In jedem Studienmonat wird ein bestimmtes Thema im Studienheft behandelt. Hat man dieses durchgearbeitet muss man Einsendeaufgaben zum jeweiligen Thema bearbeiten und seinem Tutor zuschicken. Dieser schickt die Aufgaben korrigiert und benotet zurück. Im Prinzip schreibt man also zwölf kleine Prüfungen.

„Und was mach ich dann damit?“

Gute Frage. Ich selbst bin auch noch unentschlossen, was genau ich am Ende damit anfangen möchte. Vielleicht bilde ich mich noch zur Hundetrainerin weiter, vielleicht spezialisiere ich mich auf Hundepsychologie. Vielleicht habe ich es aber auch nur gemacht, um Filou besser verstehen zu können.
Mein Anreiz war damals tatsächlich, dass ich so frustriert von all den Meinungen und Besserwissern im Bereich Hundeerziehung war, dass ich es einfach selbst lernen wollte, um Filou und auch mir bestmöglich helfen zu können.
Generell ist es auf jeden Fall eine gute Basis für alle Berufe, die mit (Haus-)Tieren zu tun haben.

 

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