DNA-Test beim Hund: Sinnvoll oder unnötig?

credits: hexe und hund

Neben mehreren hundert Hunderassen gibt es auch unzählige Mischlinge auf dieser Welt. Diese könnten bei Körperbau, Fellfarbe und Charakter nicht unterschiedlicher sein. Oft fragt man sich, welche Rassen da wohl mitgespielt haben. Ein DNA-Test kann da Antworten liefern – aber ist sowas wirklich sinnvoll?

Schon mehrmals wurde ich gefragt, welche Rasse Filou denn sei. Er sähe so hübsch aus. Ich sage dann, er ist ein „polnischer Senfhund“ oder „Halbdackel“. Tatsächlich war ich mir immer ziemlich sicher, dass bei ihm ein Dackel mitgemischt haben muss, alleine wegen der krummen Vorderbeine. Doch dann haben wir einen DNA-Test gemacht und ich bin fast vom Glauben abgefallen…

So viel vorweg: Ganz falsch lag ich mit meinen Vermutungen nicht und letztlich erscheint mir das Ergebnis durchaus sinnvoll, aber man sollte es – wie vieles auf der Welt – differenziert betrachten.

Wo kann ich so einen DNA-Test machen?

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Anbieter, die solche DNA-Tests für Hunde anbieten. Ich möchte hier keine Werbung machen, daher werde ich keine Namen nennen (PS: Wenn ihr auf meiner Instagram-Seite vorbeischaut, werdet ihr es aber herausfinden 😉 ). Ganz billig sind diese auch nicht, allerdings ist es eine einmalige Investition, die einem durchaus dabei helfen kann, seine Fellnase besser verstehen zu können.

Wichtig bei der Anbieter-Wahl ist in meinen Augen der „Genpool“, auf den man zurückgreifen kann. Sprich, die unterschiedlichen Rassen auf die man in der Datenbank zurückgreifen kann. Denn je mehr sich dort befinden, desto genauer ist das Ergebnis.

Wie funktioniert so ein DNA-Test beim Hund?

Im Prinzip wie beim Menschen: Man nimmt ein Wattestäbchen, reibt es an der Innenseite der Lefzen, steckt es in ein Röhrchen und schickt es ab. Dann heißt es warten – bis zu sechs Wochen – und danach hat man das Ergebnis. Die Wartezeit kann man sich wunderbar mit Raten vertreiben. Wir haben teilweise auch Wetten abgeschlossen, welche Rassen denn nun in Filou stecken. Ganz oben standen Dackel, Terrier und Corgi…

Rassehunde brauchen keinen DNA-Test, oder?

Im Prinzip nicht. Wo z.B. Border Collie drauf steht, sollte auch Border Collie drin sein. Und für den normalen Alltag sollte das auch genügen, wenn man den Nachweis eines seriösen Züchters hat. Möchte man allerdings auf Nummer sicher gehen, weil man eventuell selbst züchten möchte, kann so ein DNA-Test ganz sinnvoll sein, damit man einen zusätzlichen Nachweis über einen einwandfreien Stammbaum hat.

Muss ich wirklich wissen, was in meinem Mischling steckt?

Nein, muss man natürlich nicht. Und ich habe auch lange überlegt, ob ich das wirklich machen soll. Filou bleibt Filou, egal welche Rassen in ihm stecken. Und Mischling-Liebhaber mögen ja die kleinen Wundertüten gerade weil man nicht genau sagen kann, was genau da mitgemischt hat. Aber am Ende hat bei mir die Neugierde gesiegt und der Wunsch, Filou noch besser verstehen zu können. Und da gehört seine Herkunft nunmal dazu.

Ich weiß nichts über seine ersten sieben Lebensmonate, aber durch den DNA-Test weiß ich ein bisschen mehr über seine Vergangenheit. Bestimmte Verhaltensmuster kann ich mir besser erklären und ich weiß auch, welche rassebedingten Krankheiten bei ihm eventuell auftauchen könnten.

Ein wichtiger Punkt sollte jedoch erwähnt werden: Ein genaues Ergebnis hängt auch davon ab,  wie viele Generationen an Mischlingen schon in einem Hund stecken. Sprich: Wenn der Genpool schon über Jahre mit unterschiedlichen Rassen vermischt wurde, ist keine genaue Rassebestimmung mehr möglich. Man spricht dann von sogenannten „Super Mutts“. Das sollte einem immer bewusst sein, vor allem wenn man einen DNA-Test mit Hunden aus dem (Auslands-)Tierschutz macht.

Was steckt denn nun in Filou?

Von TS Eriksson – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15223943

Trommelwirbel: Filou ist zu 62,5% ein Mischling – sprich, man kann einfach nicht mehr nachvollziehen, was genau drin steckt. Zu 25 % ist er Schäferhund und ganze 12,5% sind Pekingese. Ziemlich überraschend auf den ersten Blick.

Beim Mischlingsanteil wird noch aufgeschlüsselt, welche Rassen dort höchstwahrscheinlich mitgewirkt haben. Bei Filou sind das vermutlich Tschechoslowakischer Wolfshund, Schwedischer Vallhund und Bolonka Zwetna. Gerade der Schwedische Vallhund (s. Foto) kommt ihm zumindest beim Körperbau am nächsten.

Charakterlich Filou wirklich ein geschrumpfter Schäferhund. Er hat einen großen Kontrollzwang, den ich früher einfach missgedeutet habe. Ich bin davon ausgegangen, in ihm steckt ein Terrier und hab sein Gekläffe ab und an einfach als rassetypische Unart abgetan. Aber er wollte mir dadurch eigentlich etwas anderes vermitteln. Seitdem ich das weiß und berücksichtige, kommt es seltener vor und ich kann besser damit umgehen.

Der Pekingese in Filou hat mich wirklich überrascht. Rein optisch erkenne ich rein gar nichts davon in ihm wieder, aber auch manche Eigenschaften der Rasse treffen auf Filou zu. Beispielsweise, dass er Fremden gegenüber sehr zurückhaltend, aber Herrchen und Frauchen gegenüber sehr loyal ist. Okay – seine kleine Mähne erinnert vielleicht ein bisschen an den „Löwenhund“ 😉

Fazit: Ich bereue es absolut nicht den DNA-Test gemacht zu haben. Aber für mich war auch von Anfang an klar, dass das Ergebnis keinen 100-prozentigen Wahrheitsgehalt haben wird. Man muss es – auch beim besten Anbieter – etwas kritisch betrachten.
Dennoch ist es in meinen Augen eine gute Möglichkeit, seinen (Mischlungs-)Hund noch besser verstehen zu können.

 

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